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Ratgeber · Netzanschluss

Fundamenterder und Potentialausgleich

Fundamenterder nach DIN 18014 und Potentialausgleich: wann sie Pflicht sind, was im Neubau zu beachten ist und wie man im Bestand nachrüstet.

Stand: 10. Oktober 20266 Min. LesezeitVon der Redaktion der Jagiera Bau GmbH, Elektro-Meisterbetrieb in BerlinFachlich geprüft von Tomasz Gawlik, Elektromeister
Das Wichtigste in Kürze
  • In neuen Gebäuden ist nach VDE-AR-N 4100 unabhängig vom Netzsystem ein Fundamenterder nach DIN 18014 zu errichten.
  • Die DIN 18014 in der Fassung 2023-06 regelt die gesamte Erdungsanlage und gilt auch für Nachrüstungen.
  • Der Schutzpotentialausgleich verbindet Erder, Schutzleiter und leitfähige Rohre an der Haupterdungsschiene.
  • Fehler beim Erder lassen sich nach dem Betonieren kaum noch korrigieren; deshalb früh planen und dokumentieren.

Kurze Antwort

Der Fundamenterder ist ein Metallband im Fundament, das die Elektroanlage mit dem Erdreich verbindet. Er ist die Grundlage für den Schutz gegen elektrischen Schlag, für den Potentialausgleich und für Blitz- und Überspannungsschutz. In neu zu errichtenden Gebäuden ist er nach VDE-AR-N 4100 unabhängig vom Netzsystem Pflicht und wird nach DIN 18014 ausgeführt. Der Potentialausgleich verbindet ihn an der Haupterdungsschiene mit Schutzleitern und leitfähigen Teilen wie Wasser- und Heizungsrohren.

Fundamenterder und Erdungsanlage

Die DIN 18014 in der Fassung 2023-06 beschränkt sich nicht mehr nur auf den Fundamenterder, sondern regelt die gesamte Erdungsanlage eines Gebäudes. Sie unterscheidet unter anderem den Fundamenterder in der Bodenplatte und den Ringerder im Erdreich, etwa bei Gebäuden mit wasserundurchlässigem Beton oder Perimeterdämmung unter der Bodenplatte. Ihre Vorgaben gelten laut DEHN auch für Ladeparks, PV-Freiflächenanlagen und andere bauliche Anlagen, die eine Erdung brauchen.

  • Material: verzinkter Stahl oder, im Erdreich, Edelstahl.
  • Anschlussfahnen: zur Haupterdungsschiene und, falls geplant, zum äußeren Blitzschutz.
  • Dokumentation: Fotos und Plan vor dem Betonieren, Messung des Erdungswiderstands.

Potentialausgleich

Der Schutzpotentialausgleich sorgt dafür, dass zwischen berührbaren leitfähigen Teilen keine gefährliche Spannung entstehen kann. An der Haupterdungsschiene werden zusammengeführt:

  • der Erder (Fundament- oder Ringerder),
  • der Schutzleiter der Elektroanlage,
  • metallene Wasser-, Gas- und Heizungsrohre,
  • gegebenenfalls Blitzschutz, Antennen- und Telekommunikationsanlagen.

Im Neubau

Weil der Fundamenterder vor dem Betonieren eingelegt wird, gehört er in die Planung des Rohbaus. Wer hier spart oder nicht dokumentiert, hat später kaum Möglichkeiten zur Korrektur. Wir stimmen Lage, Anschlussfahnen und Ringerder mit dem Rohbauer ab, nehmen vor dem Betonieren ab und dokumentieren. Mehr zum Ablauf: Elektroinstallation im Neubau.

Im Bestand und bei der Sanierung

In älteren Häusern fehlt oft ein normgerechter Erder, oder er ist nicht dokumentiert. Spätestens wenn der Zählerschrank erneuert, eine PV-Anlage, Wallbox oder Wärmepumpe angeschlossen wird, prüfen wir Erdung und Potentialausgleich mit. Fehlt ein wirksamer Erder, kann er nachträglich als Ring- oder Tiefenerder hergestellt werden.

PV, Wallbox, Wärmepumpe

Neue Anlagen mit leistungsstarker Elektronik und langen Leitungen erhöhen die Anforderungen an Erdung und Überspannungsschutz. Eine saubere Erdungsanlage ist Voraussetzung dafür, dass Überspannungsschutzgeräte wirken; siehe Überspannungsschutz und Brandschutzschalter.

Erdung im Neubau und bei der Sanierung

Planung, Abnahme vor dem Betonieren, Messung und Dokumentation. Elektroinstallation Neubau · Elektrosanierung

Häufige Fragen

Hat mein Altbau einen Fundamenterder?
Oft nicht oder nicht nachweisbar. Bei der Bestandsaufnahme sehen wir an der Haupterdungsschiene, welche Erdung vorhanden ist, und messen den Erdungswiderstand.
Kann man einen Erder nachrüsten?
Ja, etwa als Ringerder um das Gebäude oder mit Tiefenerdern. Die überarbeitete DIN 18014 gilt ausdrücklich auch für das Nachrüsten von Erdungsanlagen.
Wer plant den Fundamenterder im Neubau?
Er wird vor dem Betonieren der Bodenplatte eingelegt, deshalb muss er mit dem Rohbau abgestimmt sein. Wir liefern Planung, Verlegung oder Abnahme und die Dokumentation.

Quellen

  1. DEHN: DIN 18014 – Vorgaben zu Erdungsanlagen für Gebäude
  2. VDB-Forum 2021: DIN 18014 – Neuerungen der Norm (mit Zitat aus VDE-AR-N 4100)
  3. OBO Bettermann: Leitfaden Erdungssysteme

Alle Angaben ohne Gewähr. Regeln und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Netzbetreibers und die aktuellen Normen.