Lastmanagement für Wallboxen
Mehrere Wallboxen an einem Anschluss: statisches und dynamisches Lastmanagement, Schieflast, §14a EnWG und Planung für Tiefgarage und Firmenparkplatz.
- Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung auf mehrere Ladepunkte, damit Hausanschluss und Sicherungen nicht überlastet werden.
- Statisch: feste Höchstleistung. Dynamisch: misst den Hausverbrauch und gibt den Rest an die Autos.
- Spätestens ab mehreren Ladepunkten oder mit Wärmepumpe ist es meist günstiger als eine Anschlussverstärkung.
- Wallboxen über 4,2 kW sind steuerbar nach §14a EnWG; das Lastmanagement muss das berücksichtigen.
Kurze Antwort
Ein Lastmanagement sorgt dafür, dass mehrere Wallboxen nie mehr Leistung ziehen, als Hausanschluss und Zuleitung hergeben. Ein statisches Lastmanagement teilt eine feste Höchstleistung auf die Ladepunkte auf; ein dynamisches misst den aktuellen Verbrauch im Gebäude und gibt nur die freie Leistung an die Autos. In Tiefgaragen, Wohnanlagen und auf Firmenparkplätzen ist es in der Regel die Voraussetzung dafür, viele Ladepunkte ohne teure Anschlussverstärkung zu betreiben.
Statisch oder dynamisch?
| Statisch | Dynamisch | |
|---|---|---|
| Prinzip | feste Gesamtleistung für alle Ladepunkte | misst Hausverbrauch, nutzt die freie Leistung |
| Messung | keine am Hausanschluss nötig | Zähler oder Wandler am Netzanschlusspunkt |
| Ausnutzung | vorsichtig, oft verschenkte Leistung | hoch, mehr Ladeleistung im Alltag |
| Mit PV | nicht vorgesehen | Überschussladen möglich |
Wann Lastmanagement nötig ist
- Mehr als eine Wallbox am selben Anschluss.
- Wallbox plus Wärmepumpe, Durchlauferhitzer oder Sauna.
- Hausanschluss oder Zuleitung, die für alle Verbraucher gleichzeitig nicht reichen.
- Tiefgaragen und Firmenparkplätze mit vielen Ladepunkten.
Hausanschluss, Schieflast, §14a
Ladeeinrichtungen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, über 12 kVA je Ladepunkt braucht es nach § 19 NAV seine Zustimmung. Ein gutes Lastmanagement achtet auch auf die gleichmäßige Belastung der drei Phasen, denn einphasig ladende Autos können eine Schieflast erzeugen. Außerdem sind neue Wallboxen über 4,2 kW steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG: Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei drohender Überlastung vorübergehend begrenzen, dafür sinkt das Netzentgelt. Lastmanagement und Steuerbox müssen zusammenspielen. Mehr: §14a EnWG.
Tiefgarage und Firmenparkplatz
In Mehrparteienhäusern wird meist zuerst vorverkabelt und dann schrittweise mit Ladepunkten bestückt. Das Lastmanagement wächst mit. Der Bund fördert 2026 Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern; siehe Wallbox-Förderung 2026 und Laden im Mehrfamilienhaus. Auf Firmenparkplätzen kommen Abrechnung je Fahrzeug und Priorisierung, etwa für Dienstwagen, dazu.
So planen wir
- Leistungsbilanz: Hausanschluss, Zuleitungen, vorhandene Großverbraucher.
- Ausbaustufen: wie viele Ladepunkte heute, wie viele später.
- System: Wallboxen, Controller, Messung, Abrechnung.
- Anmeldung und Förderung: Netzbetreiber, gegebenenfalls Förderantrag.
- Umsetzung: Kabelwege, Verteiler, Inbetriebnahme, Prüfprotokoll.
Konzept, Lastmanagement, Anmeldung und Ausbau in Stufen. Laden im Mehrfamilienhaus · Gewerbe
Häufige Fragen
Brauche ich Lastmanagement schon bei einer Wallbox?
Können alle Wallboxen gemeinsam gesteuert werden?
Gibt es dafür Förderung?
Quellen
- Bundesnetzagentur: Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (§14a EnWG)
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 19
- Laden im Mehrparteienhaus: Förderung auf einen Blick
Alle Angaben ohne Gewähr. Regeln und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Netzbetreibers und die aktuellen Normen.


