FI-Schalter: Pflicht und Nachrüsten
Seit wann FI-Schutzschalter vorgeschrieben sind, was Bestandsschutz bedeutet, wann Nachrüsten sinnvoll ist und welcher FI für die Wallbox nötig ist.
- Für Räume mit Badewanne oder Dusche gilt der FI-Schutz bei neuen Anlagen seit 1984.
- Seit 2007 brauchen neue Steckdosenstromkreise bis 20 A einen FI mit 30 mA, seit 2018 bis 32 A.
- Bestehende, unveränderte Anlagen dürfen weiterlaufen; bei Erweiterungen gelten die aktuellen Regeln.
- Ladepunkte für E-Autos brauchen einen eigenen Fehlerstromschutz, der auch Gleichfehlerströme erkennt.
Kurze Antwort
Ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI oder RCD) schaltet ab, wenn Strom über einen falschen Weg abfließt, etwa durch einen Menschen. Für neue Anlagen ist er seit Jahrzehnten Pflicht, in Bädern seit 1984 und für Steckdosenstromkreise seit 2007. Alte Anlagen ohne FI dürfen weiterlaufen, solange sie unverändert und sicher sind. Nachrüsten ist trotzdem eine der wirksamsten Maßnahmen für mehr Sicherheit.
Seit wann was gilt
| Seit | Anforderung für neue Anlagen |
|---|---|
| 1984 | FI-Schutz (30 mA) für Stromkreise in Räumen mit Badewanne oder Dusche |
| 2007 | DIN VDE 0100-410: FI-Schutz (30 mA) für Steckdosenstromkreise bis 20 A, die von Laien genutzt werden |
| 2018 | Neue Ausgabe der DIN VDE 0100-410: Erweiterung auf Steckdosen bis 32 A |
Bestandsschutz
Für Anlagen, die vor Einführung dieser Anforderungen errichtet und seitdem unverändert betrieben wurden, gibt es keine allgemeine Nachrüstpflicht. Werden aber neue Steckdosen oder Stromkreise ergänzt oder Teile der Anlage geändert, müssen die betroffenen Teile den aktuellen Normen entsprechen. Dann gehört ein FI-Schutz dazu.
Wann Nachrüsten sinnvoll ist
- bei Kindern im Haushalt
- in Bad, Küche, Keller und für Außensteckdosen
- vor dem Anschluss neuer Großgeräte
- bei Vermietung
Ob ein FI ohne Weiteres nachgerüstet werden kann, hängt von den Leitungen ab. Bei zweiadrigen Leitungen ohne Schutzleiter oder bei Isolationsfehlern löst er sofort aus. Eine Messung vorab klärt das.
FI für Wallbox und PV
Ladepunkte für Elektrofahrzeuge brauchen nach DIN VDE 0100-722 einen eigenen Fehlerstromschutz je Ladepunkt. Weil Fahrzeuge Gleichfehlerströme erzeugen können, ist entweder ein FI vom Typ B oder ein FI vom Typ A mit zusätzlicher Erkennung von Gleichfehlerströmen ab 6 mA nötig; viele Wallboxen bringen diese Erkennung mit. Auch bei PV-Wechselrichtern und Wärmepumpen kommt es auf den richtigen FI-Typ an. Das legen wir bei der Planung fest.
Regelmäßig testen
Drücken Sie die Prüftaste Ihres FI regelmäßig. Für stationäre Anlagen in Betrieben sieht die DGUV Vorschrift 3 einen Abstand von sechs Monaten vor; für zu Hause ist das ein guter Richtwert. Löst der FI dabei nicht aus, rufen Sie einen Elektriker.
Wir messen Ihre Anlage, rüsten FI-Schutz nach und erneuern bei Bedarf den Verteiler. Elektrosanierung · Zählerschrank erneuern
Quellen
- EnBW: FI-Schalter erklärt, Funktionsweise, Typen und Pflicht
- DGUV Vorschrift 3, Durchführungsanweisungen Tabelle 1A (Prüfung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen)
- ROE: Wann müssen Fehlerstrom-Schutzschalter nachgerüstet werden?
Alle Angaben ohne Gewähr. Regeln und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Netzbetreibers und die aktuellen Normen.


