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Ratgeber · Kosten

KNX: Kosten im Neubau und beim Nachrüsten

Was KNX im Einfamilienhaus kostet: Richtwerte für Basis und Komfort, Aufteilung auf Hardware und Arbeit, Nachrüsten mit KNX RF und wann sich KNX lohnt.

Stand: 10. Oktober 20266 Min. LesezeitVon der Redaktion der Jagiera Bau GmbH, Elektro-Meisterbetrieb in BerlinFachlich geprüft von Tomasz Gawlik, Elektromeister
Das Wichtigste in Kürze
  • Für ein Einfamilienhaus im Neubau nennen Fachportale für KNX meist 10.000 bis 25.000 €, je nach Funktionsumfang.
  • Gut die Hälfte entfällt auf Arbeit: Installation, Programmierung (ETS) und Inbetriebnahme.
  • Im Neubau oder bei einer Kernsanierung ist KNX am wirtschaftlichsten; im bewohnten Bestand hilft KNX RF (Funk).
  • Laut Verbraucherzentrale lohnen sich kabelgebundene Systeme vor allem bei Neubau oder ohnehin anstehender Renovierung.

Kurze Antwort

KNX ist der offene Standard für kabelgebundene Gebäudeautomation: Licht, Rollläden, Heizung, Lüftung und Energie hängen an einer gemeinsamen Busleitung. Für ein Einfamilienhaus im Neubau nennen Fachportale für die KNX-Leistungen meist 10.000 bis 25.000 €, je nach Umfang. Am wirtschaftlichsten ist KNX, wenn die Wände ohnehin offen sind: im Neubau oder bei einer Kernsanierung. Das sagt auch die Verbraucherzentrale über kabelgebundene Systeme.

Kosten im Einfamilienhaus

AusbaustufeTypische FunktionenKosten (Richtwerte)
BasisLicht und Rolllädenca. 8.000–12.000 €
Komfortzusätzlich Dimmen, Heizung je Raum, Szenen, Präsenzmelderca. 15.000–25.000 €
Funk im Bestand (zum Vergleich)Licht, Heizung, Rollläden per Funkca. 3.000–8.000 €
Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit 120 bis 160 m² nach elektriker-suche.de und listando (2026). Elektro-Grundinstallation, die ohnehin anfällt, ist nicht enthalten.

Wofür das Geld ausgegeben wird

  • Hardware (Netzteil, Aktoren im Verteiler, Taster, Präsenzmelder, Wetterstation): etwa 20 bis 30 %.
  • Leitungen und Material: Busleitung zusätzlich zur 230-V-Installation, größerer Verteiler.
  • Arbeit: Installation, Programmierung in der ETS und Inbetriebnahme, zusammen rund 40 bis 55 %. Für die Programmierung rechnen Fachportale mit 40 bis 60 Stunden im Einfamilienhaus.

Den größten Hebel haben die Taster: Designserien mit Display kosten ein Vielfaches einfacher Tastsensoren. Wer hier spart, behält trotzdem die volle Logik im Verteiler.

KNX nachrüsten

Im bewohnten Bestand ist eine Busleitung zu jedem Taster aufwendig: Schlitze, Putz, Maler. Fachportale nennen für die kabelgebundene Nachrüstung eines Einfamilienhauses deshalb deutlich höhere Gesamtkosten als im Neubau. Praktische Wege sind:

  • KNX RF: Funk-Komponenten im KNX-Standard, gekoppelt an den Bus im Verteiler.
  • Zentral im Verteiler: Wo die vorhandenen Leitungen im Verteiler zusammenlaufen, übernehmen KNX-Aktoren dort die Steuerung.
  • Raum für Raum: bei jeder Renovierung Busleitung mitverlegen und schrittweise umstellen.

Wann sich KNX lohnt

  • Neubau und Kernsanierung, wenn die Leitungen ohnehin neu kommen.
  • Häuser mit vielen Rollläden, Heizkreisen und Lichtgruppen.
  • PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox sollen zusammenspielen.
  • Gewerbe, Büros und Mehrfamilienhäuser, in denen sich Nutzungen ändern.

Worauf es bei der Planung ankommt

  1. Funktionsliste je Raum, bevor die Leitungen verlegt werden.
  2. Verteiler mit Reserve, etwa 30 % Platz für spätere Aktoren.
  3. Leerrohre und tiefe Dosen, auch dort, wo heute noch nichts geplant ist.
  4. Dokumentation der Gruppenadressen, damit die Anlage auch in 20 Jahren wartbar bleibt.

Wie viel Ausstattung im Neubau sinnvoll ist, beschreibt die RAL-RG 678 mit eigenen „plus“-Stufen für Gebäudesystemtechnik; siehe Elektroinstallation im Neubau.

KNX Partner im Team

Planung, Installation und Programmierung mit der ETS durch unseren Elektromeister Tomasz Gawlik. KNX & Smart Home

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zu Funk-Systemen?
KNX nutzt eine eigene Busleitung, ist herstellerübergreifend und funktioniert ohne Cloud und ohne Batterien in Tastern. Funk-Systeme sind günstiger und einfacher nachzurüsten, laut Verbraucherzentrale aber störanfälliger. Mehr im Ratgeber Smart Home nachrüsten.
Kann ich später erweitern?
Ja. Wenn Busleitung, Platz im Verteiler und Leerrohre eingeplant sind, lassen sich Funktionen meist ohne bauliche Eingriffe ergänzen, oft nur per Programmierung.
Wer programmiert die Anlage?
Ein KNX-Partner mit der Software ETS. Bei uns ist das unser Elektromeister Tomasz Gawlik.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Smart Home – das intelligente Zuhause
  2. listando: Smart Home Installation, Kosten 2026
  3. elektriker-suche.de: KNX Installation Kosten 2026
  4. ESTADA: KNX-Kosten im Neubau (Beispielrechnung)

Alle Angaben ohne Gewähr. Regeln und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Netzbetreibers und die aktuellen Normen.