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Ratgeber · Kosten

Hydraulischer Abgleich: Kosten, Verfahren, Förderung

Was beim hydraulischen Abgleich passiert, was Verfahren A und B kosten, wann er Pflicht für die Förderung ist und wie das BAFA ihn bezuschusst.

Stand: 10. Oktober 20266 Min. LesezeitVon der Redaktion der Jagiera Bau GmbH, Elektro-Meisterbetrieb in BerlinFachlich geprüft von Tomasz Gawlik, Elektromeister
Das Wichtigste in Kürze
  • Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau so viel warmes Wasser bekommt, wie der Raum braucht.
  • Für KfW- und BAFA-Förderung ist Verfahren B mit raumweiser Berechnung Pflicht.
  • Kosten im Einfamilienhaus laut ADAC: Verfahren A ca. 650–850 €, Verfahren B ca. 650–1.200 €.
  • Als Einzelmaßnahme fördert der Bund die Heizungsoptimierung mit 15 %, mit Sanierungsfahrplan 20 %.

Kurze Antwort

Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizung so eingestellt, dass jeder Raum genau die Wärme bekommt, die er braucht: nicht mehr in den Räumen nahe der Pumpe, nicht zu wenig in den entfernten. Das spart Energie und Pumpenstrom und ist die Grundlage dafür, dass eine Wärmepumpe effizient läuft. Im Einfamilienhaus kostet er nach Verfahren B laut ADAC rund 650 bis 1.200 €. Für die Heizungsförderung von KfW und BAFA ist er Voraussetzung.

Was beim Abgleich passiert

  1. Heizlast je Raum berechnen: Wie viel Wärme verliert jeder Raum an einem kalten Tag?
  2. Heizkörper prüfen: Schafft jeder Heizkörper diese Leistung bei der geplanten Vorlauftemperatur?
  3. Ventile einstellen: Voreinstellbare Thermostatventile begrenzen den Durchfluss je Heizkörper; alte Ventile werden dafür oft getauscht.
  4. Pumpe und Heizkurve anpassen: Pumpendruck und Vorlauftemperatur werden auf das Ergebnis eingestellt.

Verfahren A und B

Verfahren AVerfahren B
GrundlageNäherung über Raumflächen und Gebäudedatenraumweise Heizlastberechnung
Genauigkeitüberschlägiggenau
Förderfähigneinja, Pflicht für KfW und BAFA
Kosten Einfamilienhausca. 650–850 €ca. 650–1.200 €
Kosten laut ADAC; Mehrkosten, wenn Ventile oder die Heizungspumpe getauscht werden müssen.

Kosten

Der Preis hängt vor allem von der Zahl der Heizkörper und vom Zustand der Ventile ab. Müssen Thermostatventile oder eine alte, ungeregelte Heizungspumpe getauscht werden, wird es teurer, die Einsparung aber auch größer. Laut ADAC amortisiert sich der Abgleich meist nach drei bis fünf Jahren.

Wann der Abgleich Voraussetzung ist

  • Heizungstausch mit KfW-Förderung: Die KfW fördert den Einbau einer neuen Heizung nur zusammen mit einer Optimierung des gesamten Heizungsverteilsystems, einschließlich hydraulischem Abgleich.
  • BAFA-Einzelmaßnahmen: Gefördert wird nur, wenn das Heizungssystem nach Verfahren B abgeglichen ist, dokumentiert mit dem Formular der VdZ.
  • Wärmepumpe: Ohne Abgleich braucht sie höhere Vorlauftemperaturen und arbeitet weniger effizient.

Förderung als Einzelmaßnahme

Auch ohne Heizungstausch fördert der Bund die Heizungsoptimierung über das BAFA: 15 % der förderfähigen Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) 20 %. Gefördert werden Bestandsgebäude mit höchstens fünf Wohneinheiten, deren Wärmeerzeuger älter als zwei Jahre und, bei fossilen Brennstoffen, nicht älter als 20 Jahre ist. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.

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Häufige Fragen

Kann ich den hydraulischen Abgleich selbst machen?
Für die Förderung nicht: Verfahren B muss von einem Fachbetrieb mit Berechnung und dem VdZ-Bestätigungsformular dokumentiert werden. Auch technisch braucht es die raumweise Heizlast und voreinstellbare Ventile.
Wie lange dauert der Abgleich?
Die Berechnung entsteht vorab am Schreibtisch. Vor Ort werden Ventile eingestellt oder getauscht, Pumpe und Heizkurve angepasst. In einem Einfamilienhaus ist das meist an einem Tag erledigt.
Lohnt er sich auch ohne neue Heizung?
Ja. Laut ADAC amortisiert sich ein hydraulischer Abgleich meist nach drei bis fünf Jahren, weil die Heizung mit niedrigeren Temperaturen und weniger Pumpenstrom auskommt.

Quellen

  1. ADAC: Hydraulischer Abgleich – Pflicht, Kosten und Förderung
  2. BAFA: Heizungsoptimierung (Wohngebäude)
  3. BMWE / energiewechsel.de: Förderung der Heizungsoptimierung
  4. KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)
  5. Verbraucherzentrale: Hydraulischer Abgleich

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